Presse

Christ 0 (2006)

Review von Jürgen Katzke (Empire)

Mit „Christ 0" knüpfen die Herren Kuntz, Werno, Reichert und die Lill-Brüder - vielen besser bekannt als Deutschlands Prog Metal Band Nummer 1 Vanden Plas - nahtlos an ihr großartiges Vorgängerwerk „Beyond Daylight" an. Ergänzt durch ein paar neue Feinheiten, die vielleicht nicht unmittelbar beim ersten Durchlauf auffallen, legt die Band mit „Christ 0“ ihr bisher ausgereiftes Album vor. Nach einer längeren Albumpause, die aber durch diverse Theater-Engagements der fünf Musiker sowie der tollen Soloscheibe „Abydos" aus dem Jahre 2004 überbrückt wurde, hat der Fünfer aber gerade von diesen Inspirationen profitiert. „Christ 0" zeigt eine spürbar gereifte Formation, die um einiges mutiger und vielseitiger denn je zu Werke geht. Mit der Hinzunahme der Orchesterelemente, die Gitarrenarbeit, die wieder mehr in den Vordergrund gerückt ist, die äußerst superben Melodien und die sehr emotionalen Balladen kann das neue Werk einiges an Pluspunkten sammeln. Und es wird bereits nach dem ersten Durchlauf klar, daß diese Songs ein Tick hymnischer durch die Boxen kommen. Das Album zeigt eine Stilbreite, die vorher zumindest in dem Umfang nicht vorhersehbar war. Allein bei den sehr heavy ausgefallenen Tracks „Somewhere Alone In The Dark" oder „Postcard To God" wird sich der ein oder andere die Augen reiben bzw. mit den Ohren schlackern. Im direkten Kontrast dazu steht die emotionale Nummer „Fireroses Dance" mit einem gefühlvollen aber auch sehr passenden orientalischem Flair. Die tolle Ballade „Lost In Silence“ wäre auch wieder eine Singleauskoppelung wert, die Chancen hierfür stehen aber nach Aussage des Plattenlabels schlecht. Ansonsten lebt das Werk von geradlinigen Rocksongs wie zum Beispiel „Shadow I Am", der auch problemlos auf „The God Thing“ gepaßt hätte. „Christ 0" bietet in der Erstauflage den Bonustrack „Gethsemane" aus dem Musical „Jesus Christ Superstar", wiederum ein Einfluß, auf den ich bereits näher eingegangen war. In Kooperation mit Markus Teske, der bereits mit Saga, Spock`s Beard und Symphony X zusammengearbeitet hat, haben Vanden Plas das Album produziert. Mit „Christ 0“ hat die Band Ihren typischen Vanden Plas Sound definitiv weiterentwickelt und die Meßlatte für die kommenden Veröffentlichungen der Konkurrenz sehr weit nach oben gelegt.

Jürgen Katzke (Empire)


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